SV Art of Movement Wuppertal e.V.

 

FAQ

Ist Ninjutsu authentisch?

Das Erlernen des Ninjutsu, völlig egal von welchem Meister oder welcher Organisation, ist in erster Linie immer eine Glaubens – und Vertrauenssache. Es gibt kein wissenschaftlich anerkanntes Werk über das historische Ninjutsu.
Das dürfte vor allem dadurch begründet sein, dass Ninja zu ihrer Zeit eine verachtete Kaste darstellten und im Untergrund arbeiten mussten. Aktivitäten schriftlich festzuhalten hätte das Risiko, entdeckt zu werden, enorm erhöht.
Daher wurde die Kunst des Ninjutsu auch im historischen Japan vor allem mündlich vom Meister an den Schüler übermittelt.

Es gibt doch historische Bücher über Ninjutsu?

Jein. In der Regel spricht man hier folgende „historische“ Werke an: das Bansenshukai, das Ninpiden und das Shoninki.
Das Bansenshukai wurde 1676 von einem mutmaßlichen Samurai verfasst und konzentrierte sich in seinem Inhalt weniger auf Kampfaspekte als vielmehr auf Spionage, Einbruch, Informationssammlung etc. Hier von einem authentischen Werk über das Ninjutsu zu sprechen wäre bestenfalls sehr gewagt!
Das Shoninki wurde 1681 verfasst. In diesem Werk wird fast ausschließlich die Spionagetechnik des Kishu-Ryu beschrieben. Mangelnde Belege lassen auch hier an der Authentizität dieses Werkes zweifeln.
Das Ninpiden, das 1653 geschrieben wurde, enthält ebenfalls wie die anderen Werke keine Informationen über Kampftechniken. Hattori Hanzo, der mutmaßliche Verfasser dieses Werkes, war ein Samurai. Dass er auch zu den Ninja gehört haben soll, ist nicht erwiesen.
Das Bugei Ryuha Jiten von den beiden Kampfsportlern Watatani Kiyoshi und Yamada Tadashi stellt den Versuch einer Auflistung traditioneller japanischer Kampfkünste dar, die jedoch nie abschließend sein kann, da viele Ryu gar nicht schriftlich dokumentiert sind!

Wie finde ich ein seriöses Ninjutsu Dojo?

Die wohl interessanteste Frage! Viele „Trainer“ schmücken ihre Disziplinen mit dem Namen des Ninjutsu, da der "geheimnisvolle" Hintergrund dieses Namens immer einen Reiz auf die Menschen ausübt und somit den Mitgliederzuwachs fördert.
Unseriöse Dojo erkennt man vor allem an nicht nachvollziehbarer bzw. unlogischer Art des Trainings sowie an der Pflege von "Klischees" des Ninja, die so niemals existiert haben können.
Beispiele:
Dass Waffen in verschiedenen Dojo erlernt werden müssen, ist historischer Unsinn. Ein Ninja musste innnerhalb kürzester Zeit mit allen zur Verfügung stehenden Waffen umgehen können. Die Zeit für eine Reise durch das Land war gar nicht da.
Es wurden auch nie gerade Ninjaschwerter verwendet, die offen auf dem Rücken getragen wurden. Selbst Daisho* trugen, wie auf allen historischen Gemälden zu erkennen, ein geschwungenes Katana** sowie ein geschwungenes Wakizashi***.
Ein Kämpfer der ein kürzeres, gerades Schwert noch dazu auf dem Rücken trug, wäre aufgefallen wie ein bunter Hund.
Die Verwendung eines Gürtel-Systems, das mehr als 10 Dan-Grade**** beinhaltet, ist aus keiner historischen Kunst überliefert. Aus moderner betriebswirtschaftlicher Sicht jedoch (für jeden Dan-Grad muss oftmals eine Prüfungs- und Lehrgangsgebühr bezahlt werden) macht ein solches System durchaus Sinn, denn es vermehrt unter anderem den Reichtum der Prüfer / Systeminhaber.
Gelände – und Außentechniken in Lehrgangsform sind ebenso Nonsens. Gerade solche Techniken müssen wie Laufen und Schlittschuhfahren praktisch und vor allem oft geübt werden, da es in erster Linie eine Sache der Körperbeherrschung ist und somit schnell wieder verlernt werden kann.

*Daisho: Ein Titel, der durch den Kaiser an Samurai vergeben wurde, die sich besonders verdient gemacht haben. Der Titel bedeutet übersetzt "Zwei Schwerter", dementsprechend ging mit dem Titel auch das Privileg einher, offen zwei Schwerter tragen zu dürfen.
**Katana: Ein japanisches Langschwert
***Wakizashi: Eine kürzere Form des Katana, die in der Nebenhand geführt und vor allem zum Blocken gedacht war.
****Dan: Japanisch für Stufe/Rang

Ein anderes Ninjutsu-System, das ich gefunden habe, beruft sich darauf, das letzte überlebende zu sein. Wie erklärt ihr das?

Dieser Erklärungsansatz, der vor allem im (bei Erstellung dieses FAQs aktuellen) deutschen Wikipedia Eintrag über die Bedeutung des Wortes „Ninjutsu“ zu finden ist, entbehrt jeglicher aussagekräftiger wissenschaftlicher Beweise.
Als Quellennachweis wird hier ein Buch angegeben, das vom obersten Meister ebenjenes selbsterklärten letzten Systems geschrieben wurde.
Ihr könnt das gerne nachrecherchieren. Wir überlassen es da jedem selbst, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Stellt Ito Ryu Ninjutsu ein historisches Ninjutsu dar?

Fairerweise muss hier gesagt werden, dass Ito Ryu Ninjutsu ebenso den historischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt wie jedes andere Ninjutsu, da wie oben erläutert keine historischen Nachweise existieren.
Der Meister dieses Dojo hat es von einem Japaner erlernt, war aber natürlich nicht dabei, als dieser es wiederum von seinem Meister erlernt hat.
Es liegen Familienschriften und Aufzeichnungen vor, die in sich schlüssig und in einer eindrucksvollen Weise ehrlich und offen sind.
Die Familiengeschichte und die Philosophie passen außerdem zum bekannten historischen Kontext.

Was sollte aus eurer Sicht ein moderner Verein in Deutschland bieten?

Für uns sind Kriterien eines seriösen Vereins unter anderem folgende Merkmale:

  • Mitgliedschaft im Landessportbund und im Stadtsportbund, um die Qualität der Trainerausbildung zu gewährleisten

  • Verbandsmitgliedschaft in einem internationalen Kampfkunstverband, um auch weltweit anerkannt zu werden

  • Kostentransparenz bereits bei der Aufnahme ins Dojo, keine versteckten Kosten

  • Geschulte Trainer, die regelmäßig Fortbildungen machen

  • Eine strukturierte Prüfungsordnung für den gesamten Geltungsbereich der Kampfkunst

  • Kostenlose Pflichtlehrgänge, die das Training nicht unnötig verteuern

     

 

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